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Tag: Pensionsantrittsalter

Es sind 55 Fragen vorhanden:

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THEMA: Soziales
10.12.2015
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Klubobmann!
Die ÖVP will die Pensionen nachhaltig absichern!
Dazu mein Vorschlag: Alle ANBeamte und Selbstäntige müssen in das System mindestens 45 Jahre einzahlen um einen Anspruch zu erwerben. Da könnte man noch mindestens das 65 Lj als untere Grenze hinzufügen. All jene Personen die also mit 65 noch keine 45 Beitragsjahre haben müssen also so lange arbeiten bis diese erreicht sind. Das wäre gerecht und Gleichbehandlung. Nicht jene strafen die 65 sind, vielleicht 50 Jahre einbezahlt haben und die sollen noch einige Jahre länger arbeiten. Und die, die erst viel später ins Berufsleben einsteigen weniger einzahlen gehen nach 30-35 Berufsjahren nachweislich mit höheren Pensionen in pension und habe sogar noch eine längere Lebenserwartung. Ist das GERECHT??
Freue mich auf ihre Antwort. Lg Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers
19.12.2015
Antwort von Reinhold Lopatka

Reinhold Lopatka
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Vielen Dank für Ihr Mail und Ihren Vorschlag zur Sicherung der Pensionen. Es freut mich, dass Sie sich aktiv in den politischen Diskurs einbringen – dies ist ein wichtiger Baustein in einer lebendigen Demokratie!

Über das gesetzliche Pensionsantrittsalter – 65 Jahre - besteht bVorname des Fragestellers rechtlicher, gesellschaftlicher und politischer Konsens. Es wird aber aktuell ein "Gerechtigkeitsmechanismus" diskutiert, der das Antrittsalter generell von der statistischen Entwicklung der Lebenserwartung und der daraus entstehenden Pensionsbezugsdauer abhängig macht.

Wenn - Ihrem Vorschlag folgend - jemand erst mit 75 in Pension gehen könnte, würde er die Pension um 10 Jahre kürzer beziehen als jemand, der mit 65 in Pension geht. Wenn aber beide 45 Beitragsjahre vorweisen, wäre das wohl ziemlich ungerecht.

Ein Punkt ist in diesem Zusammenhang besonders von Bedeutung: Der Unterschied in den Beitragsjahren bei Pensionsantritt mit 65 wirkt sich in der Höhe der Pension aus. Damit wird die unterschiedlich lange Beitragsleistung bereits berücksichtigt.

Ich wünsche Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein erfolgreiches Jahr 2016!


Mit besten Grüßen

Dr. Reinhold Lopatka
Klubobmann
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THEMA: Arbeit
11.11.2015
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin,

derzeit hört man viel davon, dass es für Unternehmen wichtig ist, dass erfahrene ältere Arbeitnehmer in Betrieben verbleiben, weil sie für diese Firmen ein großes Kapital darstellen.

Auch wenn im öffentlichen Dienst ältere Arbeitnehmer nicht wie in der Privatwirtschaft gekündigt werden (können), so könnte der Staat hier trotzdem seine Vorbildfunktion erhöhen. Derzeit steht es im § 13 des BDG wie folgt:


"Übertritt in den Ruhestand

§ 13. (1) Der Beamte tritt mit Ablauf des 65. Jahres nach dem Jahr seiner Geburt in den Ruhestand.

(2) Der zuständige Bundesminister kann den Übertritt des Beamten in den Ruhestand aufschieben, falls am Verbleiben des Beamten im Dienststand ein wichtiges dienstliches Interesse besteht. Der Aufschub darf jeweils höchstens für ein Kalenderjahr ausgesprochen werden. Ein Aufschub über den Ablauf des 70. Jahres nach dem Jahr der Geburt des Beamten ist nicht zulässig."



Ich finde, das ist eine veraltete Regelung. Es gibt sicher manche Beamte, die auf Grund ihres anstrengenden Dienstes nicht bis 65 arbeiten können, z.B. Polizisten. Aber grundsätzlich sollte es ermöglicht werden, dass Beamte auf ihren Antrag hin grundsätzlich unbefristet weiter arbeiten dürfen. Falls gesundheitliche Gründe für die Versetzung in den Ruhestand zum Tragen kommen, blieben die dbzgl. Bestimmungen ohnehin unberührt bzw. könnte der Beamte nach dem 65. Lebensjahr mit Erklärung in den Ruhestand treten.

Auch im öffentlichen Dienst sollten ältere Personen mit ihrer Erfahrung mehr wertgeschätzt werden und der Staat sollte ihnen unbürokratisch die Möglichkeit dazu geben.

Werte Frau Staatssekretärin, was halten Sie davon, diesen Weg einzuschlagen, bzw. was spräche dagegen?
10.12.2015
Antwort von Sonja Steßl

Sonja Steßl
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers,

Vielen Dank für Ihre Anfrage an Frau Staatssekretärin Mag.a Sonja Steßl, die mich als Fachreferentin für den Öffentlichen Dienst ersucht hat, Ihnen zu antworten.

Ich gebe Ihnen Recht, dass das umfangreiche Wissen und die Erfahrung der älteren Generation nicht verloren gehen darf. Die Bestimmung verfolgte unter anderem den Zweck von Seiten des Bundes abschätzen zu können, zu welchem Zeitpunkt wie viele Personen voraussichtlich in den Ruhestand treten werden. Dies insbesondere aus Gründen der weiteren Versorgung und der damit zusammenhängenden Einschätzung von finanziellen Auswirkungen. Die maximale Grenze des "Ablaufs des 70. Jahres" hat historische Gründe (u.a. mit der Emeritierung von Universitätsprofessoren).

Auch der Bund hat die Wichtigkeit von älteren Expertinnen und Experten erkannt und bemüht sich deshalb durch unterschiedliche Maßnahmen den Wissensaustausch zwischen Alt und Jung zu fördern. In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist das Austrian Senior Public Experts (ASPE) - Programm des Bundeskanzleramtes (siehe: http://www.bundeskanzleramt...te/3427/default.aspx ), das einen Pool an Fach- und Führungskräften des öffentlichen Dienstes vermittelt, die sich im Ruhestand befinden. Der Vorschlag, wie man ihn aus der Privatwirtschaft kennt, wird hier aufgegriffen. Auf der anderen Seite jedoch müssen auch junge Kolleginnen und Kollegen Möglichkeiten haben, ihre Ansichten und Ideen in den Öffentlichen Dienst mit einzubringen. Denn vor allem diese ausgeglichene Mischung aus jungem, dynamischem Input und der Erfahrung der langjährigen Expertinnen und Experten macht meiner Ansicht nach eine innovative Verwaltung aus.

Mit freundlichen Grüßen,

Mag.a Elisabeth Schindler-Scholz
____________________________
Bundeskanzleramt
Büro Staatssekretärin Mag.a Sonja Steßl
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THEMA: Soziales
10.11.2015
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Hr.Sozialminister Hundstorfer,
Ich bin Jg.56, habe 44Jahre (532Monate) Sozialversicherung einbezahlt, seit ca.30Jahren Höchstbeitrag. Ich habe nun die vorläufige Berechnung der PV erhalten. Diese zeigt daß ich mit ca.18% weniger Pension rechnen muß, wenn ich mit 62J in Pension gehe.
Ich halte das aus mehreren Gründen für ungerecht:
1.Da ich bis vor kurzem im Glauben gelassen wurde mit 60 in Pension gehen zu können.
2.Da Jahrgänge vor 55 dies konnten
3.Da der Unterschied zu "Jg vor 55" monitär minus 18%, 2Jahre länger arbeiten und 2Jahre länger Beiträge zahlen bedeuted
4.Da früher anfangen zu arbeiten/einzubezahlen, nicht zu studieren/zu beziehen etc. doch auch früher in Pension gehen bedeuten kann und soll
5.Da das vielzitierte tatsächliche Antrittsalter der Österreicher total verfälscht wurde, durch z.b. ÖBB Antrittsalter
6.Da jegliche, bis dato eingeführten Einsparungen hauptsächlich die Leistungsträger, als einen derer ich mich bezeichne betrifft siehe oben
7.Da keine Übergangzeiten zur Anwendung kommen, ich dadurch keine Möglichkeiten habe auf diese Änderungen zu reagieren, jüngere Haben diese Möglichkeiten
Meine Frage:
Hr. Sozialminister, werden meine Argumente in die angekündigte "Pensionsreform" einfliessen können oder halten Sie diese Argumente für unrichtig?
12.12.2015
Antwort von Rudolf Hundstorfer

Rudolf Hundstorfer
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Vielen Dank für Ihr Schreiben, das ich mit großem Interesse gelesen habe. Lassen Sie mich wie folgt antworten:
Als verantwortlicher Bundesminister ist es meine Aufgabe, die Stabilität und Finanzierbarkeit des öffentlichen Pensionssystems im Interesse der Versicherten zu gewährleisten.
In Österreich sind wir in der glücklichen Situation, dass wir permanent steigende Lebenserwartungen verzeichnen. Das hat unter anderem zur Folge, dass Menschen immer länger ihre Pension genießen können. Das ist sehr erfreulich, macht jedoch klarerweise gewisse Adaptionen im Pensionsrecht notwendig. Da ich weder Pensionskürzungen noch Beitragserhöhungen befürworte, ist es mein Weg, das tatsächliche Pensionsantrittsalter zu erhöhen und dem gesetzlichen zu nähern. Neben zahlreichen Beschäftigungsmaßnahmen und gesundheitlichen Maßnahmen sind daher auch gewisse Änderungen bei vorzeitigen Alterspensionen und der Invaliditätspension nötig geworden.
Zu den wichtigsten Änderungen der vergangenen Jahre zählen geänderte Abschlagsregelungen, die Umstellung der befristeten Invaliditätspension für ab 1964 Geborene auf ein Reha- und Umschulungssystem und das Auslaufen der Langzeitversichertenregelung.
Die Möglichkeit mit 60 Jahren eine Langzeitversichertenpension (sog. „Hacklerregelung“) zu beziehen, bestand bei Männern für sog. „Langzeitversicherte“ beim Vorliegen von 45 Beitragsjahren bis zum Jahr 2013. Um ein abruptes Ende der Langzeitversichertenregelung zu vermeiden, wurde mit dem Budgetbegleitgesetz 2011 fixiert, dass die Langzeitversichertenregelung in den folgenden Jahren zwar bestehen bleibt, jedoch auslaufen wird.
Dass bei einem vorzeitigen Pensionsantritt (wie bei der Korridorpension) Abschläge berechnet werden, soll in erster Linie dazu beitragen, dass die Zeit, die länger in Pension verbracht wird – versicherungsmathematisch – berücksichtigt wird. Begründet werden Abschläge daher mit der längeren durchschnittlichen Pensionsbezugsdauer. So werden bei einer Frühpension, die mit 62 Jahren angetreten wird, 42 Pensionszahlungen mehr ausbezahlt. Ein Versicherter der mit 65 Jahren zum Regelpensionsalter in Pension geht, bekommt diese Zahlungen nicht.
Bei Inanspruchnahme einer Korridorpension sind sowohl bei vor 1955 Geborenen als auch bei ab 1955 Geborenen Abschläge zu machen. Diese werden allerdings anders berechnet.
Im Pensionskonto (ab 1955 Geborene) wird bei der Korridorpension ein Abschlag in der Höhe von 5,1 % pro Jahr des vorzeitigen Pensionsantritts abgezogen. Für drei Jahre beträgt der Abschlag daher 15,3 %. Eine weitere Verminderung der Pensionsleistung entsteht durch die fehlenden jährlichen Teilgutschriften (1,78 % des beitragspflichtigen Jahresentgelts) und die verlorene Aufwertung für die Jahre des vorzeitigen Pensionsantritts.
Die Maßnahmen haben Wirkung gezeigt. Insgesamt ist das Antrittsalter von 2013 auf 2014 um 13 Monate gestiegen. Das faktische Pensionsantrittsalter in der gesetzlichen Pensionsversicherung (ohne Beamte) bei Männern (Neuzugänge) lag 2014 bei 63 Jahren und 3 Monaten (Alterspensionen inkl. vorzeitige Alterspensionen) bzw. 60 Jahren und 9 Monaten (inkl. Invaliditätspensionen).
Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion betreffend etwaige weitere Maßnahmen im Pensionsbereich ist festzuhalten, dass im Februar 2016 die Ergebnisse des Pensionsmonitorings vorliegen werden. Diese werden zeigen, ob die getroffenen Maßnahmen weiterhin Wirkung zeigen und ob insbesondere das faktische Pensionsantrittsalter weiter gestiegen ist. Bisher zeichnet sich jedenfalls eine positive Entwicklung ab.
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers, ich hoffe, dass ich mit den Ausführungen zu mehr Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit hinsichtlich der Regelungen und getroffenen Maßnahmen im Pensionssystem beitragen konnte.

Mit freundlichen Grüßen,
Rudolf Hundstorfer
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