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Thema: Bildung und Schulen

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Es sind 3 Fragen vorhanden:

THEMA: Bildung und Schulen
08.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sg. Hr. Mag. Gerstl,

Erstmal Lob: Ihre Selbstdarstellung ist sehr ausführlich & persönlich, Details wie "Plus UND Minus" oder der Verweis auf Hausmannstätigkeiten machen Sie auch mir als Nicht-ÖVP-Anhängerin sympathisch.

Sie begleiten derzeit Ihre Kinder in den Kindergarten, womöglich später in die Volksschule. Meine Frage: Was wäre so schlimm daran, wenn Ihre Kinder auch im Alter von 10 noch mit ihren Freunden in derselben Schule zusammen bleiben könnten?

Welche Vorteile versprechen Sie sich von einer Trennung mit 10 Jahren, de facto nicht zwischen Begabungen (das lässt sich seriös & endgültig nicht in dem Alter feststellen) sondern zwischen sozialem / finanziellem Background der jeweiligen Familien?

Anders gefragt: Wäre es für Sie denkbar, Ihre Kinder mit 10 in die Hauptschule zu schicken? Kennen Sie Politik-KollegInnen deren Kinder in die Hauptschule gehen?

P.S.: Ihr Link auf der Seite "Selbstdarstellung" lässt sich nicht anklicken wegen eines Schreibfehlers "Gertl" - als angehende Lehrerin kann ich sowas nicht durchgehen lassen :-D
09.09.2008
Antwort von Wolfgang Gerstl

Wolfgang Gerstl
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers!

Vielen Dank für Ihre Frage und Ihr Lob:-)
Grundsätzlich geht es mir in der gesamten Bildungsdiskussion um die Förderung der Talente, denn ich bin der Meinung, dass jeder nach seinen Talenten bestmöglich gefördert werden soll, und dafür brauchen wir ein differenziertes Angebot!

Ich bin davon überzeugt, mit einem differenzierten Schulsystem, das sowohl auf die Stärken als auch Schwächen unserer Kinder eingeht, sichern wir die Vielfalt und eine möglichst breite Basis an Bildung.

Was ich auf keinen Fall befürworte sind "soziale Ghettos" - IM GEGENTEIL- ich will, dass in den öffentlichen Schulen alle sozialen Schichten vertreten sind. Mein Anspruch ist, dass die Politik allen sozialen Gruppierungen gerecht werden muß- ich kenne viele Kinder in meiner Verwandtschaft die eine Hauptschule besuchen, jedoch nur außerhalb von Wien...
Ich kenne auch eine Hauptschule in Wien, vor der ich größten Respekt habe. Aber um ehrlich zu sein, handelt es sich dabei um eine private Hauptschule- anderen Hauptschulen in Wien stehe ich sehr skeptisch gegenüber - hier hat der Stadtschulrat viel verschlafen!

Jedenfalls denke ich, wir wollen unseren Kindern die bestmögliche Bildung bieten, und das unabhängig von Einkommen und sozialer Schicht-als Eltern möchte man einfach das Beste!

Obwohl ich kein Bildungsexperte bin, habe ich versucht, diese Frage als Familienvater und interessierter Bildungsbürger bestmöglich zu beantworten-ich hoffe, Sie können meine Meinung nachvollziehen und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ihr
Wolfgang Gerstl
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THEMA: Bildung und Schulen
08.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Ich habe jahrelang an einer Wiener Uni gearbeitet. Weit mehr als 100.000 Studierende hat diese Stadt. Dennoch hatte ich immer den Eindruck, dass sich die Stadt vor der Unterstützung der Unis drückt. Sind die Unis und der damit einhergehende Wirtschaftsfaktor für Wien unwichtig?
10.09.2008
Antwort von Wolfgang Gerstl

Wolfgang Gerstl
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Vielen Dank für Ihre Frage. Ja, auch ich bin ständig über die Reaktionen des Bürgermeisters was die Unis betrifft überrascht - er tut so, als ob das überhaupt kein Angelegenheit der Stadt wäre . Dabei denke ich, dass jede Großstadt von ihren Universtäten lebt- sie sind der Keim der Zukunft und das Potential für eine Stadt. Unis sind der Hort von Kreativität, Forschung und oft auch Trendsetter mit zukünftigen Entwicklungen - diese links liegen zu lassen ist falsch!

International ist Österreich nach wie vor ein gefragter, attraktiver Hochschulstandort - mit 15,5 % Anteil ausländischer Studierender nehmen wir in der EU den guten 3. Platz ein. Das zeigt, wie wichtig gute Universitäten für einen Wirtschaftsstandort sind.

Mit unserem Wissenschaftsminister Gio Hahn sind wir gut beraten. Wir müssen alles dafür tun, damit Wien weiterhin vorne dabei ist und Bürgermeister Häupl weiterhin in die Pflicht nehmen, damit er das Potenzial Wiens als Universitätsstadt mit Weltrang erkennt!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Wolfgang Gerstl
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THEMA: Bildung und Schulen
06.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Laut Ihrem Profil treten Sie für die Familie ein!
Warum erwähnen Sie mit keinem Wort die Abschaffung der Studiengeühren?
08.09.2008
Antwort von Wolfgang Gerstl

Wolfgang Gerstl
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers!

Vielen Dank für Ihre Frage!
Was die Studiengebühren betrifft, bin ich der Meinung, dass alles, was etwas wert ist, auch etwas kosten darf.
Die Beiträge sind ja im internationalen Vergleich in einer moderaten Höhe (726 Euro pro Jahr bei durchschnittlichen Kosten für ein Studium von 10.000 Euro pro Kopf und Jahr!). Aufgrund eines guten und umfassenden Fördersystems wird niemand aus finanziellen Grünen vom Studium abgehalten-das ist mir auch sehr wichtig, denn Bildung darf nicht nur für besser situierte Menschen frei sein.
Zum Zweiten haben die Studienbeiträge einen deutlichen Lenkungseffekt gezeigt: Seit Einführung sind die sogenannten Karteileichen rausgefallen und ermöglichen den Unis eine viel bessere Planbarkeit.
Ein weiteres Argument für die Studiengebühren ist, dass die Gelder aus den Studienbeiträgen unmittelbar an die Universitäten gehen und einen nicht unerheblichen Beitrag am Gesamtbudget der Unis bilden. Das wird somit den Studierenden wieder indirekt zurück gegeben.

Ich bin aber gerade als Vertreter der Christlichen Soziallehre ein Verfechter dafür, dass die, die sich das Studium nicht leisten können eine Förderung erhalten - und das hat Gio Hahn gemacht - es gibt heute um 14.000 Studenten mehr, die eine Direktförderungen während des Studiums bekommen. Niemand soll vom Studium ausgeschlossen werden aber auch niemand soll nur zwecks Inskription und Inanspruchnahme anderer Förderungen studieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Wolfgang Gerstl
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