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THEMA: Verkehr und Infrastruktur
22.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Hr.Antoni !
Danke für ihre umfassende Stellungnahme zu meiner Frage vom 14.9.2008. Auch ich begrüße die beschriebenen Visionen im Bereich des öffentlichen Verkehrs für Österreich. Leider haben Sie meine Fragen aber nicht konkret beantwortet: Werden Sie sich für den Erhalt des Personenverkehrs auf den Bahnstrecken Schwarzenau-Zwettl und Schwarzenau-Waidhofen einsetzen, dem ab Dezember 2008 die Einstellung droht und der viele Vorteile gegenüber einem Ersatz durch Schienenersatzverkehrs-Busse bietet ?
Was schlagen Sie für Sofortmaßnahmen und längerfristige Maßnahmen vor, um die Franz-Josefs-Bahn attraktiver und schneller zu machen ?
Mit freundlichen Grüßen
Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers
23.09.2008
Antwort von Konrad Antoni

Konrad Antoni
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Ich bekenne mich, aus tiefster persönlicher Überzeugung, für den Erhalt des Personenverkehrs auf den Bahnstrecken Schwarzenau-Zwettl und Schwarzenau-Waidhofen und werde meine politische Kraft und auch die Kraft der SPÖ NÖ für den Erhalt dieses öffentlichen Verkehrsmittel einsetzen. Denn, Regionalbahnen sind das verkehr- und wirtschaftspolitische Rückgrat einer Region. Wir (SPÖ NÖ) fordern, die betroffenen Regionalbahnen einzeln und regional unter Einbeziehung der Bevölkerung, der Gemeinden, der lokalen Interessensgruppen, der lokalen Wirtschaft und der Beschäftigten gründlich zu analysieren um den Menschen Sicherheit und den Pendlern Perspektiven zu geben, sowie die Region bei der Standortpolitik zu unterstützen. Im Sinner einer nachhaltigen Regionalpolitik geht es darum, einerseits die Achsen auszubauen und andererseits strukturschwächere Landesteile mit geringerer Bevölkerungs- und Siedlungsdichte an diese anzubinden, um ein bestmögliches Fundament für die Entwicklung des ländlichen Raumes zu bieten.

Im Bereich Franz-Josefs-Bahn werde ich mich als Sofortmaßnahme dafür einsetzen, dass die Züge sauber und pünktlich verkehren, dass es keine Heizungsausfälle gibt und dass das Waggonmaterial und das Service laufend verbessert wird. Derzeit gibt es große Bauprojekte im Bereich der Franz-Josefs-Bahn (Einbindung in die Westbahn und Sanierung der Tullner Brücke). Nach Abschluss dieser Bauarbeiten sind die Weichen für die Zukunft zu stellen: Ziel: Internationale Züge, Taktfahrplan, Schnellverkehr zwischen regionalen Knotenpunkten, Investitionen in das rollende Material.

Schon jetzt wären die Züge schneller, wenn sie nicht auf Wunsch der Gemeinden (und auch mit deren finanzieller Unterstützung) auch in vielen kleinen Orten stehen blieben. Solange nicht ein öffentliches Verkehrssystem eingeführt wird und die Gemeinden bzw. das Land und der Bund entsprechend kooperieren, wird sich hier wenig ändern.
Mein Ziel und dafür werde ich kämpfen: Ein Pilotprojekt - "Öffentliches Verkehrskonzept im oberen Waldviertel".

Mit freundlichen Grüßen
Konrad Antoni
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THEMA: Verkehr und Infrastruktur
21.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Ich bin empört über die derzeitige Situation der Franz-Josefs-Bahn. Zu Zeiten des "Eisernen Vorhangs" gab es täglich einen Nachtzug von Wien-Schwarzenau-Gmünd-Prag-Berlin. Seit die Grenzen offen sind wurde dieser Zug abgezogen (läuft jetzt über Brünn). Es gibt derzeit keinen einzigen Direktzug nach Prag über die FJB obwohl es die kürzeste Strecke wäre! Das ist eine Frechheit für uns Bürgerinnen und Bürger. Vor allem wenn uns die Grenzöffnung als Chance verkauft wird. Was gedenken Sie zu tun um die Franz-Josefs-Bahn an Tschechien anzubinden?

Was soll die Zukunft der Thayatalbahn (Zwettl - Schwarzenau - Waidhofen - Slavonice - Fratres) sein?

Wie soll die Anbindung des Waldviertels an Linz erfolgen (derzeit gibt es einen Bus von Zwettl nach Linz der knappe 3 Stunden fährt!)?

Das Land fährt derzeit den Kurs "Strassen bauen" und sonst nichts. Welche Meinung haben Sie zu der derzeitigen Situation des öffentlichen Verkehrs im Waldviertel?
27.09.2008
Antwort von Konrad Antoni

Konrad Antoni
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Zur Zeit wird am Ausbau der Hochleistungsstrecke St. Pölten - Wien gearbeitet. An diese wird zukünftig die Strecke nach Gmünd angebunden. Ebenso wird in wenigen Monaten mit der Sanierung der Tullner Brücke, welche im Sinne der Verkehrssicherheit eine absolute Notwendigkeit bedeutet, begonnen. An der restlichen Elektrifizierung des Bahnanschlusses auf Tschechischer Seite wird derzeit gearbeitet. All die genannten Bauarbeiten sollen lt. Plan voraussichtlich bis 2013 abgeschlossen sein und somit können die Weichen für die Zukunft neu gestellt werden. Dann wird die Trasse über Gmünd auch die schnellste internationale Verbindung von Wien nach Prag aufweisen. Ich werde mich für ein Öffentliches Verkehrskonzept mit dem Ziel: Internationale Züge, Taktfahrplan, Schnellverkehr zwischen regionalen Knotenpunkten sowie Investitionen in das rollende Material, einsetzen.
Im Sinne einer nachhaltigen Regionalpolitik geht es auch darum, strukturschwächere Landesteile mit geringerer Bevölkerungs- und Siedlungsdichte an die Zentren optimal anzubinden. Die Bahn hat für den Personenverkehr, den Nahverkehr, den Gütertransport und auch als klimafreundliches Unternehmen einen wichtigen öffentlichen Auftrag wahrzunehmen. Zur Erfüllung dieses öffentlichen Auftrages brauchen wir selbstverständlich auch die Thayatalbahn. Ich denke es ist höchst an der Zeit ein Gesamtverkehrskonzept (in dem selbstverständlich auch die Busanbindungen einzubinden sind) zu erarbeiten. Denn, eine Busverbindung von Zwettl nach Linz in knapp 3 Stunden oder eine mögliche Busverbindung von Gmünd nach Linz mit mehrmaligen Umsteigevorgängen, ist keine Alternative zum Auto und kein Angebot für die Menschen in unserer Region. So möchte ich meinen Standpunkt nocheinmal bekräftigen: Ich kämpfe für ein Pilotprojekt - "Öffentliches Gesamtverkehrskonzept im oberen Waldviertel".
Wir brauchen eine moderne Infrastruktur, die auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt ist, UnternehmerInnen und InvestorInnen unterstützt und zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit unserer Region beiträgt. Sich laufend ändernde Rahmenbedingungen wie steigende Mobilität und wachsende Verkehrsströme stellen uns vor neuen Herausforderungen, denen wir nur mit wohldurchdachten Programmen begegnen können. Aufgrund der geographischen Lage verdient die Verkehrsinfrastruktur unsere größte Aufmerksamkeit. Nur mittels eines gezielten und vorausschauenden Ausbaus von Schiene und Straße, von Wasser- und Luftwegen wird es möglich sein, dem ständig steigenden Verkehrsaufkommen Rechnung zu tragen und der Region neue Entwicklungschancen zu bieten. Es ist unser Anspruch die Bevölkerung mit jenen öffentlichen Grundeinrichtungen personeller, materieller und institutioneller Art zu versorgen, die sie für ihr tägliches Leben benötigen.

Mit freundlichen Grüßen
Konrad Antoni
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THEMA: Verkehr und Infrastruktur
14.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Immer wieder gibt es Informationen, welche die Einstellung des Personenverkehrs auf den Bahnstrecken Schwarzenau-Zwettl und Schwarzenau -Waidhofen/Th. ab Dezember 2008 befürchten lassen. Teilweise wurde der Schülerverkehr gegen den Protest der SchülerInnen auf diesen Strecken schon auf Busse verlagert.
Was werden Sie unternehmen, um diese Personenzüge zu erhalten, die durch größere Geschwindigkeit, WC, Fahrradtransportmöglichkeit und mehr Komfort gegenüber den Bussen punkten, weiter zu erhalten ?
Was werden Sie unternehmen, um die Franz-Josefsbahn für BahnkundInnen schneller und attraktiver zu machen ?
18.09.2008
Antwort von Konrad Antoni

Konrad Antoni
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Regionalbahnen sind das verkehrs- und wirtschaftspolitische Rückgrat vieler Regionen. Sie sind weder für die PendlerInnen noch für die SchülerInnen und schon gar nicht für die lokale Wirtschaft und für den Tourismus wegzudenken. Ziel muss sein: In einem Regionalbahngipfel soll ein sichtbares Zeichen gesetzt werden, die Regional- und Nebenbahnen langfristig abzusichern und zu erhalten. Die Politik muss alle Anstrengungen unternehmen, damit die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Betrieb dieser wichtigen Lebensandern stimmen. Ich denke, es ist an der Zeit ein Gesamtverkehrskonzept zu erarbeiten. Man kann den öffentlichen Verkehr auf zwei Arten reformieren: Entweder so, dass ein einzelner die Rosinen aus dem Kuchen holt, oder so, dass alle gewinnen. Für zweiteres möchte ich mich einsetzen. Ein effizienter und effektiver öffentlicher Verkehr mit hoher Auslastung ist auch leichter finanzierbar. Dass so etwas kein Traum ist, beweist ein Blick nach Westen. In der Schweiz fährt Europas bester öffentlicher Verkehr mit geringeren Zuschüssen je Fahrgast. Vier Grundsätze für öffentliche Verkehrspolitik: 1) Gesamtverkehrspolitik machen. 2) Verkehrspolitik beginnt mit politischer Willensbildung. 3) Verkehrspolitik braucht nachprüfbare und realistische Ziele (die meisten Parteiprogramme sind eine Ansammlung an unüberprüfbaren und zueinander im Widerspruch stehenden Wünschen. Das mag für Wahlen reichen, für Verkehrspolitik reicht es nicht). 4) Verkehrspolitik ist langfristige Politik.
Wir werden in Zukunft mit erheblich mehr Verkehr zu rechnen haben. Die Aufgabe für den öffentlichen Verkehr wird sich also zunehmend zweiteilen: Einerseits wird öffentlicher Verkehr die Ballungsräume am Leben halten müssen, denn die Ballungsräume werden noch stärker als bisher die wirtschaftlichen Motoren der Globalisierung sein. Andererseits wird öffentlicher Verkehr in der Fläche eine wesentliche soziale Funktion haben, denn er sichert die Besiedelung von Regionen abseits der Zentren und Achsen. Zur Aufgabe in den Ballungsgebieten gibt es aus Kapazitätsgründen rein logisch keine Alternative. Die entlegenen Regionen sind eine politische Entscheidung.
Was wollen wir mit öffentlichen Verkehr erreichen? In der Schweiz ist öffentlicher Verkehr ein deklariertes nationales Anliegen. Im dazu beschlossenen Eisenbahngesetz steht in Artikel 51, dass bei der Festlegung des Angebots insbesondere eine angemessene Grunderschließung, Raumordnung, Umweltschutz, Behinderte und benachteiligte Regionen zu berücksichtigen sind. Auf Basis dieses Gesetzes besteht die Abgeltungsverordnung, die regelt, dass z.Bsp. Siedlungsgebiete ab 100 Personen ganzjährig erschlossen sein müssen. Nun kann man über die Art und Zweckmäßigkeit dieser Zieldefinition diskutieren, aber sie ist klar, nachvollziehbar, politisch argumentierbar und demokratisch beschlossen. Eine österreichische Zieldefinition könnte z.Bsp. so aussehen: "Die Gebietskörperschaften stellen in ihrem jeweiligen Einflussbereich sicher, dass 95 % der Bevölkerung im Bundesland mit einem Mindestangebot von täglich vier Kurspaaren bedient werden. Mindestens 95 % der Bevölerung ist mit einem Stundentakt zu bedienen. Die Aufteilung der Bedienungsschlüssel auf Länder und Gemeinden und die Finanzierung der daraus entstehenden Lasten wird in einem Vertrag nach §15a B-VG geregelt, den Bund und alle Länder gemeinsam auf jeweils zehn Jahre abschließen." Niemand behauptet, dass eine Zieldefinition genau so aussehen muss. Sicher gibt es noch bessere. Aber wir müssen endlich eine Zieldefinition haben.
Das Ziel könnte heißen: "Symmetrischer Taktverkehr" in ganz Österreich und seinen angrenzenden Regionen. Das Grundkonzept funktioniert so: Es gibt zwei wesentliche Faktoren für die Verkehrsmittelwahl, die der öffentliche Verkehr selbst beeinflussen kann: die subjektiv erlebte Reisezeit und der Aufwand der Informationsbeschaffung. Die subjektiv erlebte Reisezeit ist extrem hoch an der unüberdachten Haltestelle im Regen und im überfüllten, überheizten oder kalten Zug. Sie ist niedrig in pünktlichen Zügen, im Speisewagen, bei Fünfminuten-Umsteigzeiten und beim Zeitunglesen. Wer also die subjektiv erlebte Zeit an die des Autos heran will, muss nicht 300 km/h fahren, sondern die objektive Tür-zu-Tür Reisezeit verkürzen und diese unvermeidliche Reisezeit subjektiv verkürzen - durch Buffetwagen, Zeitungen, Laptopsteckdosen und kurze, aber stressfreie Umsteigewege und -zeiten. Wer die Informationsbeschaffung verkürzen will, denkt in erster Linie an intelligente Fahrkartenautomaten, Hotlines, Mobilitätsberatung und dergleichen. Weit gefehlt: Die am schnellsten beschaffte Information ist jene, die ich nicht brauche. Kern eines symmetrischen Taktverkehrs ist, dass ich mir nur merken muss, wann vor meiner Haustür der Bus/Zug weg fährt. Ich weiß, dass ich in jedem Knotenpunkt in jede Richtung weiter komme. Wer in der Schweiz unterwegs ist, braucht keinen Fahrplan: er steigt einfach ein. Dazu gehört auch, dass jeder Busfahrer und jeder Zugbegleiter in der Schweiz jeden Fahrschein ausdruckt, und zwar nur einen für die gesamte Reise.
Das Rückgrat eines symmetrischen Taktverkehrs ist ein Schnellverkehr zwischen regionalen Knotenpunkten. Diese Taktknoten müssen eine halbe Stunde oder ein Vielfaches davon auseinander liegen. Auf diese Weise treffen sich alle Züge gleichzeitig im Stundentakt. Der Verkehrsclub Österreich hat exemplarisch ein solches höherrangiges Taktsystem für Österreich bereits errechnet.
Kein Bahn-Rückgrat lebt ohne Flächenbedienung. In den Regionalzentren treffen sich zur Taktzeit die Regionalbahnen, Regionalbusse und Anrufsammeltaxis. Für Leute mit guter Motorisierung und schlechter Erreichbarkeit gibt es P&R-Plätze unmittelbar neben dem Bahnhof. Diese Zubringerverkehre sorgen für die "erste und letzte Meile" der Reise. Wie kann ein solches Konzept organisiert werden? Für eine solche umfassende Neuorganisation brauchen wir teilweise neue und bessere Strukturen. Der Vorschlag ruht auf zwei Säulen: Die erste Säule ist die Verkehrsplanung. Einer rein auf Landes- oder Gemeindeebene angesiedelte Verkehrsplanung fehlt das Verbindende. Gesamtverkehrspolitik nur durch die Länder ist ein Unding. Eine rein auf Bundesebene angesiedelte Verkehrspolitik ist wiederum zu weit weg von der Region. Das Optimum liegt in der Verteilung der Zuständigkeit und der Definition der Schnittstellen. Die zweite Säule ist die Verkehrsbestellung. Hier soll jede Körperschaft für jenen Verkehr sorgen, für den sie auch verantwortlich ist. Der Bund kümmert sich um den interregionalen symmetrischen Taktverkehr. Die Länder kümmern sich um den Regionalverkehr, den sie an die Taktknoten anbinden. Darüber hinaus hat der Bund die Kompetenzen zur Schaffung des österreichweiten Tarif-, Informations- und Werbeverbundes und eine Schiedsrichterfunktion, wenn sich Länder nicht über den Betrieb von länderübergreifenden Nahverkehr einigen können. Überdies kann der Bund länderübergreifende Verkehre selbst bestellen, wenn diese im nationalen Interesse sind. Ein solches Konzept ist nicht von heute auf morgen umsetzbar. Aber wir können es schaffen. Mit der Einbindung der Franz-Josefs-Bahn in die Westbahn werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Dann wird die Trasse über Gmünd auch die schnellste internationale Verbindung von Wien nach Prag sein und spätestens dann muss es gelingen, ein zukunftsorientiertes "Taktsystem" den Menschen im Waldviertel anzubieten.


Mit freundlichen Grüßen
Konrad Antoni
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