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Profil von Mag. Karl Schmidlechner (SPÖ)

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Es ist 1 Frage vorhanden:

THEMA: Demokratie und Bürgerrechte
30.04.2013
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Schmidlechner

Ich möchte ihnen gerne drei konkrete Fragen stellen. Hintergrund meiner Fragen ist, dass ich gemeinsam mit Freunden einen Wahldiskussionsabend mache. Wir haben uns vorgenommen, die Für und Wider der einzelnen zur wahlstehenden Parteien und Kandidaten zu diskutieren. Es geht mir nicht vordergründig um das Wahlprogramm der Partei sondern um die persönliche Motivation, die Ziele.

Daher würde ich sie bitten mir folgende Fragen zu beantworten:
- Wieso haben Sie sich für ihre Partei entschieden?
- Warum ist es für einen jungen Studenten wichtig, dass genau Sie in den Landtag einziehen?
- Sie ziehen in den Landtag ein. Welches Thema, welches Problem werden sie als erstes angehen und warum?

Ich möchte als Antwort nicht das Parteiprogramm haben – das kann ich nachlesen. Es geht mir wirklich um diese drei Fragen.

Liebe Grüße,
Vorname des Fragestellers
30.04.2013
Antwort von Karl Schmidlechner

Karl Schmidlechner
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers

Danke für Ihre Anfrage, die mir Gelegenheit bietet, etwas über mein
politisches Denken mitzuteilen.

Zu Ihrer ersten Frage:

ich habe eine im Humanismus und in der Aufklärung fußende Einstellung. Dies bedeutet für mich, dass alle Menschen gleich sind, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft bzw.ihren Startbedingungen.
Die Sozialdemokratie ist für mich diejenige Partei, die die Idee der Gleichheit um den sozialen Aspekt erweitert hat, es ist leicht zu sagen- alle Menschen sind gleich- wenn man aber die sozialen Möglichkeiten der Menschen mit einbezieht und nicht hierarchisch denkt- im Sinne- wo kommt jemand her, bzw. wer sind seine Eltern usw. bzw. zu welchem Berufsstand gehört er/sie, bzw. "ist genügend Geld da?"- dann tun sich im Denken der Menschen durchaus Gräben auf. Und hier ist es die Sozialdemokratie, die die Menschen so sein lässt bzw. so sein lassen will, wie sie sind und ihnen die Möglichkeit bietet (bieten will) sich als Individuum zu entfalten. Und hierzu- davon bin ich überzeugt- braucht es soziale Absicherung, die Sicherheit als Mensch "sein" zu können, auch wenn man nicht immer alle Kriterien der hierarchischen Strukturen erfüllen kann oder will.
Die Überzeugung vom Wert des Einzelnen, von den Menschen, macht mich zum Sozialdemokraten. Manche brauchen die Sozialdemokratie nicht, viele aber brauchen sie- um im höchsten Maße frei sein zu können.

Für einen jungen Studenten ist wichtig, dass er genau die Bedingungen vorfindet, die ihm die Möglichkeiten bieten sich geistig und individuell zu entfalten- und die sind letztlich im Bild von der Gesellschaft fundiert. Ob es wichtig ist, dass gerade ich in den Landtag einziehe- das weiß ich nicht- und ich neige nicht zur Vermessenheit.
Es sind hierzu die gesetzlichen Möglichkeiten des Landtages in Betracht zu ziehen und die realen Möglichkeiten eines Abgeordneten in der Gesetzgebung.
Ich gehöre jedenfalls zu jenen Sozialdemokraten, die sich als gesellschaftsliberal und sozial bezeichnen; jede Partei vereinigt in sich Menschen, die aus einer unterschiedlichen Erlebniswelt kommen und insofern auch Prioritäten des politischen Denkens und Tuns setzen. Mir ist persönlich wichtig, dass in der Sozialdemokratie die Tradition des liberal-sozialen Denkens hochgehalten wird- neben und gemeinsam mit den sehr wichtigen Ideen aus der klassischen Gewerkschafts- und ArbeiterInnenbewegung.
Wenn man sozialdemokratisch denkt und die Breite der Partei befürwortet, gehöre ich zu jenen, die für den sozialliberalen Ansatz stehen- im politischen Diskurs nach Innen und nach Außen.
Studenten sind für mich geradezu die Repräsentanten der Diskussionsbereitschaft und der Bereitschaft sich intensiv mit gesellschaftspolitischen und zugleich individuellen Fragen auseinanderzusetzen. Ich will, dass das so bleibt und weiß, dass diese Bildungsidee mehr und mehr dem "Nützlichkeitsdenken" geopfert wird. Dagegen aufzutreten ist mir wichtig.

ich bin schon seit 2009 im Salzburger Landtag. Meine Schwerpunkte waren (und werden wohl auch weiterhin sein) Bildungspolitik, Kultur, Demokratisierung.
Vor allem in der Bildungspolitik, wo es zwischen den Parteien erhebliche ideologische Unterschiede gibt, sehe ich meinen Schwerpunkt. Der Tradition der Partei entsprechend, setze ich mir zum Ziel, die Chancengleichheit der Menschen nach und nach zu verwirklichen. Einiges wurde da schon erreicht- in Österreich und in Salzburg.
Ich bin aber insofern kein Revolutionär, dass ich anerkenne, wie wichtig es ist, auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit, d.h. Chancengleichheit in den individuellen Entfaltungsmöglichkeiten, möglichst viele Menschen mitzunehmen, bzw. sie von dieser Idee und deren Wichtigkeit zu überzeugen.
Daran arbeite ich bzw. das tue ich und das will ich auch weiterhin tun. Ich bin fest davon überzeugt, dass "Menschsein" Grund genug dafür ist, für manche vielleicht "gottgegebene" für andere "wirtschaftlich vernünftige" Unterscheidungsmechanismen in Frage zu stellen und gesamtgesellschaftliche Interesse dem entgegen zu setzen. Dies mag idealistisch klingen, diesen Idealismus will ich mir aber behalten- sonst wäre ich "nur" Funktionär, also der Erfüller einer Funktion- und das wäre mir zu wenig.

Ich hoffe, ich habe Ihnen einen gewissen Eindruck über mein Denken vermitteln können.

mfG Karl Schmidlechner
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