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Thema: Bildung und Schulen

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THEMA: Bildung und Schulen
23.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Dr. Hahn!

Ein Thema, das mir seit langem am Herzen liegt ist das Mobbing der Lehrer an Schülern. Diese Frage stelle ich als betroffene Mutter eines mittlerweile 15jährigen Sohnes. 2006 wurde er zu Unrecht (Anwalt wurde meinerseits eingeschaltet) vom Unterricht suspendiert, es handelte sich um einen Zwischenfall mit einem ausländischen Staatsbürger. Seit dem Eintritt in die AHS 2003 werde ich das Gefühl nicht los, dass Migranten von Lehrern bevorzugt behandelt werden. Mittlerweile ist der psychische Zustand meines Sohnes so schlimm, dass er nur noch daheim ist und sich mittels PC seine eigene virtuelle Welt aufbaut, dazu kommt, dass er massiv an Gewicht zugelegt hat. Er war im AKH (Kinder- u. Jugendpsychiatrie) in Behandlung, wo derartige Fälle sehr gut bekannt sind. Leider sind den dortigen Ärzten und auch dem Vorstand die Hände gebunden, sie dürfen in dieser Causa nicht an die Öffentlichkeit gehen. Schulombudsmann und Stadtschulrat konnten nicht helfend eingreifen, somit bleibt nur eine aufwändige psychologische Therapie. Ich schreibe im Namen vieler betroffenen Familien, die sich aus Angst vor negativen Konsequenzen nichts unternehmen trauen. Die Pflichtschule ist nun absolviert und in der jetzigen Situation ist es unmöglich, für meinen Sohn eine Lehrstelle zu finden. Meine Frage ist nun, ob sich in Zukunft hier etwas ändern wird, sodass die Zahl der Schulphobiker wieder sinkt!
MFG
Vorname des Fragestellers K.
30.09.2008
Antwort von Johannes Hahn

Johannes Hahn
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers!

Die Situation Ihres Sohnes ist in unserer heutigen Gesellschaft leider kein Einzelschicksal und daher arbeite ich bereits seit einiger Zeit mit Expertinnen und Experten an einer Lösung.
Für mich erscheint es sehr wichtig, Lehrerinnen und Lehrer generell mehr zu entlasten, sie von administrativen Aufgaben zu entbinden, damit sie mehr Zeit für ihre eigentliche pädagogische Hauptaufgabe, haben. Als Wissenschaftsminister trete ich dafür ein, dass bereits in der Studieneingangsphase umfassende Verfahren durchgeführt werden müssen, die die am besten geeigneten Lehramtskandidatinnen und -kandidaten herausfiltern. Es bringt nichts, wenn Lehrerinnen und Lehrer einzig über ein hohes Fachwissen verfügen, aber nur geringe pädagogische Kompetenz aufweisen - dies gilt selbstverständlich auch umgekehrt. Natürlich kann man nicht bereits am Beginn der Ausbildung den weiteren Karriereverlauf abschätzen, aber doch die "Grundfähigkeiten" für diesen Beruf einschätzen.
Lehrerinnen und Lehrer sollten künftig vermehrt in Teams unterrichten, um allen Schülerinnen und Schülern einen individuellen Unterricht vermitteln zu können. Dadurch kann man besser auf die einzelnen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen, zielorientiert unterrichten und auch vorhandene Versagensängste frühzeitig erkennen und abfangen.

Des weiteren trete ich dafür ein, dass Lehrerinnen und Lehrer auch in zunehmendem Maße von Expertinnen und Experten aus verschiedenen Spezialgebieten unterstützt werden, damit sie sich auf ihre Kernaufgabe besser konzentrieren können. Psychologinnen und Psychologen müssen verstärkt zum Einsatz kommen, um sowohl Lehrerinnen und Lehrer als auch Schülerinnen und Schüler zu unterstützen.

Schließlich sehe ich die Schule nicht nur als Ausbildungsstätte, sondern sie trägt auch eine enorme Verantwortung für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und dafür bin ich gerne bereit die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Herzlichst
Ihr Johannes Hahn
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THEMA: Bildung und Schulen
22.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Hahn,

warum endet die Förderung von Studierenden mit der Vollendung des 26. Lebensjahrs? Zum Beispiel können Studierende mit Hauptwohnsitz in Wien ab dem 27. Lebensjahr kein vergünstigtes Semesterticket der Wiener Linien um 50,50 Euro in Anspruch nehmen, sondern müssen ein Ticket um 128,50 Euro kaufen!

Ich verstehe diese Begrenzung nicht - obwohl ich weiß, dass sie an die Familienbeihilfe gekoppelt ist (Mit welcher Begründung hängen diese beiden Förderungen überhaupt zusammen?). Über 26 habe ich die selben Ausgaben wie ein Jahr zuvor.

Werden Sie in Bezug darauf etwas ändern?
23.09.2008
Antwort von Johannes Hahn

Johannes Hahn
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers!

Ich darf Sie korrigieren. Die Studienförderung endet keineswegs mit der Vollendung des 26. Lebensjahres. Wie Sie in § 6 des Studienfördergesetztes nachlesen können ist die Voraussetzung für die Gewährung einer Studienbeihilfe, dass der/die Studierende sozial bedürftig ist (§§ 7 bis 12), noch kein Studium (§ 13) oder keine andere gleichwertige Ausbildung absolviert hat, einen günstigen Studienerfolg nachweist (§§ 16 bis 25) und das Studium, für das Studienbeihilfe beantragt wird, vor Vollendung des 30. Lebensjahres begonnen hat.
Diese Altersgrenze erhöht sich
a) für Selbsterhalter gemäß § 27 um ein weiteres Jahr für jedes volle Jahr, in dem sie sich länger als vier Jahre zur Gänze selbst erhalten haben, höchstens jedoch um insgesamt fünf Jahre,
b) für Studierende gemäß § 28, die zur Pflege und Erziehung mindestens eines Kindes gesetzlich verpflichtet sind, um maximal zwei Jahre je Kind, höchstens jedoch um insgesamt fünf Jahre,
c) für behinderte Studierende gemäß § 29 um fünf Jahre,
d) für Studierende, die ein Masterstudium aufnehmen, um fünf Jahre, sofern sie das Bachelorstudium vor Überschreitung der Altersgrenze unter Berücksichtigung der lit. a bis c begonnen haben.

Außerdem darf ich Sie darauf hinweisen, dass 4.000 bis 4.500 Studierende mehr als bisher ab diesem Wintersemester Studienbeihilfe beziehen können. Durch die Anhebung der Einkommens- und Zuverdienstgrenze soll die Zahl der BezieherInnen von etwa 48.000 auf bis zu 52.500 steigen. Seit Samstag, 20. September können im Internet Stipendienanträge gestellt werden.

Die geänderten Kriterien im Überblick:
Die Eltern von Studierenden dürfen künftig - je nach Einkommensgrenze - bis zu 20 Prozent mehr als bisher verdienen, damit "soziale Bedürftigkeit" gegeben ist. Bisher lag die Einkommensgrenze bei 3.300 Euro bei einem studierenden Kind, für drei Kinder waren es 4.500 Euro. Für den Bezug des Studienzuschusses (Refundierung des Studienbeitrags) werden die Einkommensgrenzen für Eltern um jährlich 2.800 Euro angehoben.
StudienbeihilfebezieherInnen - egal ob selbstständig oder unselbstständig Beschäftigte - dürfen ab sofort außerdem einheitlich 8.000 Euro pro Jahr dazuverdienen. Das sind zwischen 809 und 2.190 Euro jährlich zusätzlich.

Auch für Studierende mit Kindern gelten mit Semesterbeginn neue Regelungen: Ab sofort bekommt man für jedes Kind 67 Euro zusätzlich zu Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld. Bisher gab es diesen Zuschlag nur für das Erstgeborene. Anspruch auf ein zusätzliches Toleranzsemester haben nun außerdem alle Studierenden mit schulpflichtigen Kindern bis sechs Jahren, bisher lag die Altersgrenze bei drei Jahren. Stipendien können von Studierenden mit Kind außerdem nicht mehr nur bis zum 30. Lebensjahr, sondern bis maximal 35 Jahre beantragt werden.

Auch bei Studierenden mit Gesundheitsbeeinträchtigung wurde die Altersgrenze von 30 auf 35 Jahre angehoben und ein weiteres Toleranzsemester eingeführt. Durch die sogenannte Einschleifregelung sollen außerdem mehr Menschen mit Seh-, Hör- oder Gehbehinderung Anspruch auf Zuschläge zwischen 160 und 420 Euro haben.

Anspruch auf Studienförderung besteht auch für Auslandsstudien im EU-Ausland, und zwar anders als bisher von Studienbeginn an. Durch die neuen Kriterien sollen die jährlichen Stipendienmittel von 175 bis 180 Millionen Euro auf etwa 200 Millionen Euro steigen.

Nähere Informationen dazu können Sie unter www.stipendium.at nachlesen. Außerdem darf ich Ihnen im Anhang auch eine Informationsbroschüre zur mitdenkenden Studienbeilhilfe übermitteln.

Betreffend des Semestertickets muss ich Sie darauf hinweisen, dass dieses im Einflussbereich der Wiener Linien bzw. der Stadt Wien liegt. Ich erwarte mir von der Wiener Stadtregierung ebenfalls mehr Service für Wiener Studierende, denn der Servicecharakter der Wiener Linien lässt mehr als nur zu wünschen zu übrig. Die Stadt Wien und die Wiener Linien zeigen sich bis dato allerdings uneinsichtig und nicht gesprächsbereit für die Anliegen von Studierenden.

Seien Sie versichert, dass ich mich auch weiterhin für eine optimale Bedingungen für Studierende einsetzen werde und das die Erhöhung der Studienbeihilfe auf monetärerer und auf BezieherInnenseite nur ein weiterer Schritt war, damit Studierende sich in Ruhe auf Ihr Studium konzentrieren können.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Johannes Hahn
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THEMA: Bildung und Schulen
21.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Minister,

Ich bin Studentin an der WU Wien. Seit Sie Minister sind, hat sich die Situation an unserer Uni verschlechtert. Es feht an Hörsälen, Seminaren, Diplomarbeiten, Konversationsstunden wurden gestrichen. In einer Vorlesung sind ca. 100 Studenten. Seit ich studiere, hat es noch nie so wenig Personal gegeben. Das wurde eingespart. Manche Institute können nicht einmal aufsperren, hätten sie nicht alte, ehrenamtliche Professoren.

Was gedenken SIe gegen diese Bildungsmisere zu tun?
Waren SIe schon an unserer Universität und haben sich alles angeschaut? Warum schaffen Sie die Studiengebühren nicht ab, wenn Sie keine Gegenleistung bieten?
Ist Ihnen bekannt, dass Studenten zusätzlich zu den Studienbeiträgen für Privatunterricht Geld ausgeben?

Ich glaube nicht, dass Studiengebühren das Studierverhalten ändern. Schließlich will jeder Student bald fertig werden und Geld verdienen, aber kaum einer schafft das unter 30. Wollen Sie etwas dagegen machen? Haben Sie keine Angst, dass Studiengebühren die Studenten nicht ins Ausland vertreiben, wo bessere Bedingungen herrschen. Fahren Sie einmal in andere Länder und schauen Sie sich Universitäten an. Ich wünsche Ihnen dabei eine schöne Reise.
22.09.2008
Antwort von Johannes Hahn

Johannes Hahn
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers!

Auf Ihre Anfrage hin habe ich unverzüglich mit Herrn Rektor Univ.-Prof. Dr. Christoph Badelt an der Wirtschaftsuniversität Wien Kontakt aufgenommen, um Ihren Anschuldigungen nach zu gehen und eine Stellungnahme von ihm einzuholen.

Sie haben grundsätzlich recht, dass die Betreuungsverhältnisse an der WU noch nicht zufriedenstellend verbessert werden konnten. Allerdings wirkt sich dies größtenteils nur noch auf die Studieneingangsphase aus, wo fast nur Großveranstaltungen stattfinden.

Betreffend Ihrer Anmerkungen zum Personalstand der WU darf ich feststellen, dass die letzten Leistungsvereinbarungen eine deutliche Ausweitung des Personalstands gebracht haben. Seit Anfang 2004 hat sich die Zahl der Professor/inn/enstellen an der WU um über 10% von 76 auf 84 gesteigert, die Zahl der Assistent/inn/enstellen ist um etwa 5% von 266 auf 279 angestiegen. Zusätzlich dazu wurden 70 neue Tutor/inn/enstellen geschaffen, die direkt für die Lehr- und Lernunterstützung der Studierenden eingesetzt werden. Von einer generellen Verschlechterung kann keine Rede sein. Die Behauptung, es hätte "noch nie so wenig Personal gegeben" ist eine absurde Umdrehung der Fakten um 180 Grad. Es hat an der WU noch nie SO VIEL Personal gegeben wie jetzt.

Laut Auskunft von Rektor Badelt, gibt es kein Institut an der WU, das nicht aufsperren kann, gäbe es nicht alte ehrenamtliche Professoren. Was es manchmal gibt, sind Verzögerungen bei Nachbestzungen, weil Berufungslisten platzen. Das ist z.B. gegenwärtig beim Organisationslehrstuhl der Fall. Aber das ist kein Zustand, der irgendwie zu verallgemeinern wäre.

Rektor Badelt merkt weiters an, dass er im Zuge der Profilbildungsmaßnahmen der WU einzelne Profstellen nicht nachbesetzt hat. Das sind aber alles Stellen, wo es eher ein Überangebot beim Lehrpersonal gibt, z.B. bei den Volkswirten.

Als Wissenschaftsminister ist eines meiner wichtigsten Anliegen, dass möglichst viele junge Menschen eine akademische Ausbildung absolvieren können. Daher darf ich in diesem Zusammenhang auf die rund 48.000 Studierenden hinweisen, die 2007 aus sozialen Gründen Studienförderung bekommen haben und damit automatisch auch die Studienbeiträge zurückerhielten.

Eine Abschaffung der Studienbeiträge würde somit nur denjenigen zu Gute kommen, die es sich ohnehin leisten können einen adäquaten Beitrag zum Studium zu leisten.

Studienbeiträge haben nachgewiesenermaßen auch eine positive Auswirkung auf das individuelle Studierverhalten. So ist die Zahl der prüfungsinaktiven Studierenden von über 40 Prozent im Jahr 2001 auf 15 Prozent 2007 gesunken. Die durchschnittliche Studiendauer hat sich seit Einführung der Studienbeiträge von fast 14 auf knapp zwölf Semester verringert. Außerdem ist die Anzahl der Erstzugelassenen seit der Einführung der Studienbeiträge um rund 38 % (von 31.500 auf 43. 500) und die Zahl der Absolvent/innen seit der Einführung der Studienbeiträge um rund 42 % (von 19.100 auf 27.100) gestiegen.

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Hahn
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