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Thema: Bildung und Schulen

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Es ist 1 Frage vorhanden:

THEMA: Bildung und Schulen
09.12.2012
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Unsere Familie (2 Kinder, ohne Religionsbekenntnis) kann seit Jahren selbst erleben, wie der Religionsunterricht in den Wiener Volksschulen durchgeführt wird.

Ist-Status: Trennung und Spaltung in der Klasse wegen der Religionsunterschiede
Praktisch, sitzen verschiedene Kinder mit unterschiedlichen Religionsbekenntnissen oder auch ohne Religionsbekenntnisse in der Klasse.
Durch unterschiedliche R.B sind die Kinder in der Klasse erstmals mit Trennung und Spaltung wegen Ihrer Religionsunterschiede konfrontiert.

Die Frage ist, ob ein Religionsunterricht in dieser Form den Kindern ein zeitgemäßes allgemeines Wissen über die Religionen bringt oder mehr zur Spaltung der Gesellschaft bereits im Kindesalter führt? Und somit das Risiko: langfristig zu mehr Konflikten statt Gemeinsamkeit in der Gesellschaft

Soll-Status: Vermeiden von Trennung und Spaltung in der Klasse aufgrund des Konfessionsunterrichtes
Religionsunterricht soll dafür eingesetzt werden, den Kindern (unabhängig von R.B.) Allgemeinwissen über Welt-Religionen als eine Weltanschauung und Philosophie zu lehren.
Das Schul- und Bildungssystem soll neu und zeitgemäß gestaltet werden. Unter anderem der Religionsunterricht ( derzeit praktisch Konfessionsunterricht).

Maßnahme: Die Einführung eines Ethikunterrichtes in den Pflichtschulen für alle Schüller (unabhängig ihrer Religion bzw. Konfession) anstatt unterschiedlichen Konfessionsunterrichts bietet:
1- Sinnvolle einheitliche Gestaltung der Stunden für alle Schüller
2. Erfüllung der Erziehungs- und Bildungsaufgaben, Übermittlung unserer Gesellschaftswerte für alle Kinder,
3. Schulentwicklung und Qualitätssicherung des Bildungsangebotes
10.01.2013
Antwort von Michael Spindelegger

Michael Spindelegger
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers!

Vielen Dank für Ihr Schreiben an meinparlament.at, welches ich hiermit gerne beantworten darf. Der Religionsunterricht in Österreich ist ein konfessionell gebundener. Er wird von den gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften veranstaltet - das ist gut so, denn nur sie können ihre jeweilige Religion authentisch vermitteln.

Es kann und darf nicht die Aufgabe des Staates sein, Pluralität, gleichgültig ob religiöse, kulturelle oder politische, weil sie Ausgangspunkt von Konflikten ist, zu beseitigen. Vielmehr ist es Aufgabe des Staates, ein Klima von wechselseitiger Toleranz und Respekt zu schaffen, das es jedem ermöglicht, sein Leben nach seinen Wertevorstellungen zu gestalten.

Der Vorschlag, den Religionsunterricht durch eine staatliche Religionskunde in Verbindung mit der Vermittlung von staatlich vorgegebenen Normen, wie dies beispielsweise in der DDR gemacht wurde, führt in die falsche Richtung und ist daher abzulehnen.

Gerade wir in Österreich können und sollen stolz auf die Leistungen der Kirchen und Religionsgesellschaften im von Respekt getragenen Umgang untereinander sein. Eine gemeinsame Ausbildung der Religionslehrkräfte aller Kirchen, wie sie an der kirchlichen pädagogischen Hochschule in Wien stattfindet, ist weltweit einmalig. Auch die Plattform der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften, an der sich auch alle nicht christlichen Gemeinschaften beteiligen, ist aus dem partnerschaftlichen Miteinander der Konfessionen von diesen selbst ins Leben gerufen worden. Ihre Sorge, dass das Trennende in den Vordergrund tritt, ist daher nicht gegeben.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Martha-Therese Penz
Kabinett des Vizekanzlers
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