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Es sind 2 Fragen vorhanden:

THEMA: Demokratie und Bürgerrechte
16.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Hallo Frau Yatkin,

Sie sind doch von der SPÖ zu den Grünen gewechselt.
Was waren damals Ihre Gründe und was hat sich dadurch für Sie geändert?
lg
dc
16.09.2008
Antwort von Zerife Yatkin

Zerife Yatkin
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers,

Ich weiß nicht, woher Sie diese Vermutung haben. Ich habe nicht direkt von der
SPÖ zu den Grünen gewechselt.

Als ich neu nach Österreich kam und das war 1990 habe ich wie viele der
MigrantInnen als erstes die SPÖ kennen gelernt. Auch durch meinen Ex-schwager,
der in der Partei aktivist war.

Ich war nie wirklich aktiv bei der SPÖ, sondern hat mich ihre soziale Schiene
von Aussen beeindruckt. Vor allem, weil ich aus einer Sozialistischen Familie
komme, aber mit der Zeit fand ich heraus, dass es bei der SPÖ nicht so
wirklich sozialistisch ist. Aus diesen und anderen Gründen habe ich bei der
SPÖ nicht mitmachen wollen.

Der Unterschied ist: dass die Grünen meinen, was sie sagen, dass die Grünen
ernsthaft sich um die Probleme der MigrantInnen kümmern, ohne dabei
populistisch zu sein und auf Stimmenjagd zu gehen. Die Frauenpolitik der
Grünen ist auch ein wesentlicher Grund, warum ich zu den Grünen kam.

Ich kann bei den Grünen, als Migrantin meine Meinung vertreten und diese auch
durchsetzen.

Außerdem die Basisdemokratie funktioniert immer noch sehr gut und dadurch hat
jede/r, die Chance weiterzukommen, ohne dass sie/er einen Hohen Onkel in der
Partei zu haben.


Vielen Dank
Zerife Yatkin
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THEMA: Asyl und Integration
03.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrte Frau Yatkin,

Wie lässt sich Ihrer Meinung nach die "Integration" von MigrantInnen und Angehörigen der 2./3. Generation unterstützen?

Welche Defizite sehen Sie derzeit bzgl. "Integration" (d.h. gleichberechtigte gesellschaftliche Teilnahme) und was sollte verändert werden?

Was könnte insbesondere getan werden, um auch die Gleichstellung von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund zu fördern?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!
07.09.2008
Antwort von Zerife Yatkin

Zerife Yatkin
Hallo,
vielen Dank für ihre Fragen!
nun zu den Antworten ;o)

> Wie lässt sich Ihrer Meinung nach die "Integration" von MigrantInnen und Angehörigen der 2./3. Generation unterstützen?

Ich möchte die Nummerierung der Generation in Fragestellen. Für mich ist ein Mensch ein WienerIn, wenn sie/er hier in Wien geboren ist. In erster Linie, müsste man in der Politik anfangen und diese Menschen auch als solche akzeptieren, erst dann kann man von einer Integrationsünterstützung die Rede sein.

WienerIn zu sein heißt es für mich unabhängig davon, welche Staatsbürgerschaft ich habe, dass ich hier daheim bin. Aber den Menschen, wo ihre Eltern sogar hier geboren sind und sie ebenfalls, sowohl von der Gesellschaft, als auch von der Politik als ein Fremder zu behandeln tut der Integration gar nicht gut. In erster Linie müssen wir diese als Menschen aus unserer Mitte akzeptieren. Mein sohn ist hier geboren, hat sich bis vor kurzem als österreicher mit arabischer Herkunft gesehen. Er wird immer mehr von Menschen böse auf sein Aussehen angesprochen (er hat schwarze Augen, schwarze Haare). Das trifft ihn sehr und merke mit Schmerz, dass er sich in seiner Heimat als Fremder zu fühlen beginnt. Er hatte bis jetzt immer sehr gute Noten in der Schule und ist ein Musterschüler gewesen. Jetzt ist er im HTL. Kurz gesagt, Diese Menschen die Möglichkeit geben sich hier Daheim zu fühlen. Ihnen die Möglichkeit geben hier das Leben und die Politik mitzugestalten und sie als ganz normale Menschen akzeptieren.

> Welche Defizite sehen Sie derzeit bzgl. "Integration" (d.h. gleichberechtigte gesellschaftliche Teilnahme) und was sollte verändert werden?

in erster Linie, Wahlrecht! Die Menschen, die hier geboren sind, oder die hier mehr als 5 Jahren leben sollten das Recht haben sich an der Partizipation und Demokratie teilzunehmen.

Den MigrantInnen den Weg in die aktive Politik erleichtern. Sie sollen leichter in der Politik weiterkommen um ihre Anliegen auch authentisch vertreten zu können.

> Was könnte insbesondere getan werden, um auch die Gleichstellung von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund zu fördern?

Die Frauen aus den MigrantInnenteil haben es doppelt so schwer. Sie werden erst als Migrantin und dann als Frau diskriminiert. Viele Migrantinnen arbeiten in unterbezahlten Jobs, bekommen nicht ihre Qualifikation entsprechende Arbeitsstelle.

Es ist die Aufgabe des Arbeitsamt diesen Frauen Jobs zu vermitteln, die auch ihre Qualifikationen entprechen und die Sanktionen bei Diskriminierung müssten schärfer sein.

Die Migrantinnen, die eine höhere Stelle antreten möchten, sollen kostenlose Umschulungen bekommen. Diese Frauen brauchen mehr Begleitung und mehr Betreuung in ihrer Arbeitswelt. Aufklärungarbeit ist sehr wichtig. Es ist nicht der Schicksal der Migrantin hier als Putzfrau zu arbeiten.

Ich hoffe ihre Fragen beantwortet zu haben. Falls Sie weitere Fragen haben, stehe ich gerne zur Verfügung.

liebe Grüße
Zerife Yatkin
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