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THEMA: Umwelt und Energie
23.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Was wollen sie für den Klimaschutz unternehmen?
  Antwort von Christian Füller ist noch ausständig
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THEMA: Bildung und Schulen
10.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Füller!

Warum treten Sie für die Abschaffung der Hauptschule und für die Einführung der Gesamtschule ein? Sie haben selbst die Hauptschule in diversen Leistungsgruppen besucht und haben es auch bis zum Nationalrat geschafft - was ist also so schlecht an dieser Schulform?

Hochachtungsvoll
26.09.2008
Antwort von Christian Füller

Christian Füller
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers!

Die Einführung der "Neuen Mittelschule" soll der verbesserten Talenteförderung von Kindern, sowie der Chancegleichheit für alle Kinder dienen. Ich bin davon überzeugt, dass eine Trennung des Schulwesens mit 10 Jahren zu früh ist. Kein Kind, kann mit 10 Jahren bereits sagen, welchen beruflichen oder schulischen Ausbildungsweg sie/er mit 15 einschlagen wird.

Die Idee der gemeinsamen Schule beruht auf der Überzeugung, dass es nicht zumutbar ist, mit zehn Jahren über den gesamten restlichen Lebensweg zu entscheiden. Genau das passiert derzeit aber: Wer in die Hauptschule geht, hat wesentlich schlechtere Chancen doch noch Matura zu machen, als BesucherInnen der AHS-Unterstufe. De facto wird in Österreich derzeit also im Alter von zehn Jahren völlig über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden: Matura oder Pflichtschule? Diese frühe Form der Selektion ist europaweit nahezu einzigartig und verstärkt soziale Ungleichheiten in Österreich.

In der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung, kurz (Iglu) aus dem Jahr 2003 wird deutlich, dass die Auslese der Kinder nach der 4. Klasse sich stark nach der sozialen Herkunft richtet. Vielfach werden die Eltern der Schüler bewertet und weniger die Schüler. Kinder aus sozial höher eingeschätzten Familien erhalten unabhängig von ihren wirklichen Fähigkeiten und Kenntnissen bessere Noten und Empfehlungen für die weiterführenden Schulen als Kinder aus armen Familien.
Dr. Andreas Salcher Autor des Buches "Der talentierte Schüler und seine Feinde" spricht ebenfalls von dieser Ungerechtigkeit, dass die Chancen für z.B. Hauptschulabgänger im ländlichen Raum, die aus einer Arbeiterfamilie stammen aber über gute Talente verfügen nur bei ca. 10% liegen, eine Matura zu machen. Während bei SchülerInnen aus einem bürgerlich geprägten Stadtbezirk z.B. in Wien, die aus einer Akademikerfamilie kommen, der Anteil bei 90% liegt.

Auch die Katholische Jungschar Österreichs, die wahrlich nicht verdächtig ist, eine sozialdemokratische Vorfeldorganisation zu sein, spricht sich für die "Neue Mittelschule" aus.
Ich finde, die "Neue Mittelschule" wird diese Ungerechtigkeiten beseitigen und für alle SchülerInnen das beste Ergebnis bringen.


Mit freundlichen Grüßen
Christian Füller
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THEMA: Soziales
10.09.2008
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Füller!

Warum ist die SPÖ gegen die automatische Pensionsanpassung (sog. "Computer") bei steigender Lebenserwartung? Vor allem da es allgemein bekannt ist, dass das jetzige Pensionssystem längst an der Kippe zur Unfinanzierbarkeit steht und tiefgreifende Reformen besser gestern als heute beschlossen hätten werden müssen.

Ich weiß, Einschnitte (gerade in der eigenen Klientel) sind besonders schmerzhaft und kosten Wählerstimmen. Durch einen Automatismus könnten sich künftige Generationen an Politiker/innen doch eigentlich nur etwas Gutes tun, meinen Sie nicht?! Immerhin müsste dann niemand mehr in aller Öffentlichkeit die Verantwortung für beschlossene Maßnahmen übernehmen und man könnte sich in aller Ruhe "auf den bösen, kalten und herzlosen Computer" hinausreden.

Ich bin ein junger Mensch (<30) und mache mir viele Gedanken über meine Zukunft. Vieles liegt einzig und allein in meiner Hand, manches aber wiederum nicht. Ich vermisse streckenweise einfach die Ehrlichkeit in der Politik. Ich persönlich sehe nicht ein, dass meine Generation (und auch die nachfolgenden) für halbherzige Entscheidungen der jetzigen Politik in Zukunft tief in die Tasche greifen "dürfen". Ich möchte nicht, dass Sie mich falsch einschätzen, das Solidaritätsmodell ist für mich eine wichtige Säule. Jedoch sehe ich hier eine krasse Ungleichverteilung, hauptsächlich zu Lasten meiner Generation und der folgenden.

Bitte nennen Sie mir also Gründe, weshalb ich Ihnen bei der kommenden Wahl mein Vertrauen aussprechen soll und wie Sie (bzw. die SPÖ) das Pensionssystem auch für meine Generation am Leben erhalten wollen.

Beste Grüße & Glück auf,
Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers


10.09.2008
Antwort von Christian Füller

Christian Füller
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Vielen Dank für Ihre Frage. Ich hoffe Ihnen eine Antwort zu geben, die Ihnen gerecht wird. Da ich selbst noch relativ jung bin und in Gesprächen mit den Menschen immer wieder auch darauf angesprochen werde, ist mir die Sicherung unseres Pensionswesens ebenfalls ein großes Anliegen.
In der aktuellen politischen Diskussion über die Verlängerung der Langzeitversichertenregelung ("sprich Hacklerregelung") wird die Einführung einer Pensionsautomatik von der ÖVP gefordert. Pensionsautomatik bedeutet, dass Veränderungen der Lebenserwartung automatisch zur Aktivierung von bestimmten Faktoren führen.
Die Folgen daraus wären die automatische Anhebung des Pensionsantrittsalters, aber auch geringere jährliche Pensionserhöhungen. Es darf die Bevölkerungsentwicklung in unserem Pensionssystem nicht vernachlässigt werden, doch haben bereits die letzten Pensionsreformen unter Schwarz/Blau/Orange die versicherten ArbeitnehmerInnen stark belastet. Die Pensionsautomatik würde die versicherten Arbeitnehmer zusätzlich und damit doppelt belasten.
Durch diese Automatik würde künftig die Politik und damit auch der Staat als Garant von der Verantwortung für die Sicherung der sozialen Pensionsversicherung ausgeklammert. Damit wäre es der Politik unmöglich, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen in das soziale Pensionssystem einzubringen. Diese Veränderungen der Rahmenbedingungen für die soziale Pensionsversicherung soll weiterhin als politische Verantwortung, sprich durch das Parlament wahrgenommen werden.
Besonders für die Jungen stellt dieses Paket eine zusätzliche Belastung dar, da sie neben spürbaren Verschlechterungen in der sozialen Sicherheit, zunehmend härteren Arbeitsbedingungen und unsicheren Arbeitsverhältnissen nun zusätzlich damit rechnen müssten, bei geringerer Pension länger zu arbeiten.
Niemand möchte einen Computer über seine/ihre Zukunft entscheiden lassen, sondern Sicherheit in Bezug auf die Pension haben. Denn für die Menschen sei klar: 40 bzw. 45 Jahre Arbeit sind genug.
Die Finanzierung der Pensionen ist bei einem Höchstmaß an Beschäftigung in ordentlichen Vollzeit-Arbeitsplätzen, aufgrund voller Pensionsbeiträge durchaus finanzierbar.
Von Jänner bis Mai 2008 hat der Herr Finanzminister Molterer 1,3 Mrd. € an Mehreinnahmen als im Budget veranschlagt, eingenommen. Das Defizit ist um nichts geringer geworden. Geld ist genung da, auch mit der Vermögenszuwachsbesteuerung, die zu Ostern heurigen Jahres vereinbart wurde, aber jetzt von der ÖVP abgelehnt wird, könnte mehr eingenommen werden.
Es kommt nur auf die gerechte Umverteilung an, wie das Geld verwendet wird. Deshalb fordern wir für das erste die Langzeitversichertenregelung bis 2013 zu verlängern.

Ich hoffe, Ihre Frage in Ihrem Sinne beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Christian Füller
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