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Profil von Mag. Dietmar Zach (Wien anders)

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Es sind 2 Fragen vorhanden:

THEMA: Finanzen
07.10.2010
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
hallo herr zach

in der sendung talk of town auf puls4 (in der sie gast waren) wurde unter anderem über die grundsicherung gesprochen.
ich habe vor einiger zeit im radio (http://oe1.orf.at/programm/257250 ) eine interessante sendung über die initiative bedingungsloses grundeinkommen in der schweiz gehört. kennen sie deren vorschlag? was halten sie von der idee, dass jeder mensch monatlich 1.500 euro bekommt? glauben sie, dass dies in österreich umsetzbar wäre? wenn ja - wer würde dann die jobs machen, die niemand machen will (straßenreinigung, wc-putzen etc.)?

lg sabine
09.10.2010
Antwort von Dietmar Zach

Dietmar Zach
Werte Frau Mag.a Vorname des Fragestellers

obwohl bzw. trotz der Tatsache, dass morgen gewählt wird, gibt es noch immer viel zu tun. Zudem müßte auf Ihre Frage eigentlich sehr umfangreich geantwortet werden. In aller Kürze folgendes: Daniel Häni kenn ich nicht, die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens debattieren wir in der KPÖ schon lange. Es gibt dazu auch viele BefürworterInnen - ich gehöre auch dazu. Zudem arbeiten einige KPÖ-Mitglieder in österreichischen Netzwerken, die sich mit der Frage beschäftigen, aktiv mit.
Auf Puls4 hab ich zum Thema nix gesagt, weil sich das liberale Grundeinkommensmodell und ein linkes Grundeinkommen doch sehr, sehr wesentlich unterscheiden und ich noch andere Fragen ansprechen wollte.

Weitere Infos zu KPÖ und Grundeinkommen finden Sie u.a. auf
http://www.kpoe.at/index.php?id=86

2 Hinweise noch:

Sehr wichtig an der Debatte halte ich, dies wird ja im Ö1-Beitrag auch angesprochen, "was wird überhaupt unter Arbeit definiert? welche Arbeit wird bezahlt? welche Bedeutung hat bzw. soll "Erwerbsarbeit" im Leben haben?

Wer wird noch Straßen reinigen, WC putzen?Also ich putz mein WC noch immer selbst. Und bei ausreichender Bezahlung - die KPÖ fordert z.B. 10 Euro netto Mindestlohn - werden sich genügend Menschen finden, die sich zum bedingungslosen Grundeinkommen ein nettes Zubrot durch WC putzen verdienen wollen.

Zur Frage der Finanzierung: die scheint auf den ersten Blick vielleicht schwierig, aber die unmittelbaren volkswirtschaftlichen Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommen (Investitonen in Dinge, die gebraucht werden, statt das 4te Auto und den 6ten DVD-Player, Investitionen in Dinge, die das Leben erleichtern, statt Milliarden Euro die virtuell an den Börsen um den Globus jetten) können, so glaube ich, vorab nicht simuliert werden.

mfg
didi zach
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THEMA: Demokratie und Bürgerrechte
28.09.2010
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
lieber herr zach!

ich habe neulich auf puls4 eine doku zum wahlkampf in wien gesehen. im abspann sah man einen polnischen mann der meinte, sie würden nicht wissen was kommunismus heissen würde.
mich würde interessieren, was sie diesem mann geantwortet haben. wie argumentieren sie gegenüber menschen, welche in einem kommunistischen system gelebt und gelitten haben?

danke für ihre antwort!

lg Vorname des Fragestellers
29.09.2010
Antwort von Dietmar Zach

Dietmar Zach
Werte Vorname des Fragestellers

Was ist Kommunismus? Eine gute Frage: meiner Meinung nach steht Kommunismus für Menschenrechte und für gleiche Rechte für alle Menschen - unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung uswusf. Dass die Praxis im realen Sozialismus vielfach eine andere war, dass es einer kleinen Elite um den puren Machterhalt ging, steht auf einem anderen Blatt Papier. Und dass Stalin ein verbrecherisches Regime etablierte, welches auch nicht vor Massenmord (auch an Kommunisten und Kommunistinnen) zurückschreckte, steht für mich außer Frage.
Ich hab schon mehrmals erwähnt, dass ich - wäre ich z.B. 30km weiter ostwärts geboren worden und aufgewachsen - ziemlich sicher nicht Kommunist geworden wäre, weil da vieles, vieles (z.B. Redefreiheit, Pressefreiheit) im Argen lag. Aber ich bin hier geboren, ich lebe hier in Österreich. Wie ist es eigentlich hier um die Rede- und Pressefreiheit bestellt? Wie kann es sein, dass ORF-Chefitäten auf plumpe Art und Weise eine Wahl manipulieren, indem so getan wird, als würde die KPÖ gar nicht existieren? Wie ist es um die Menschenrechte in Österreich bestellt? Soweit mir bekannt, können 100.000e nicht wählen, weil Sie nicht über die "richtige Staatsbürgerschaft" verfügen. Wie ist es um die sozialen Rechte in Österreich bestellt? Manches andere würde mich in Beantwortung Ihrer Frage auch noch einfallen.

Übrigens: Bei uns hängt kein Stalin herum, im ÖVP-Parlamentsklub hängt noch immer der Arbeitermörder Dollfuss - soviel zum Thema kritische Aufarbeitung der Geschichte.

mfg
didi zach
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