07.12.2012
Frage an Maria Fekter

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THEMA: Finanzen
07.12.2012
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
S.g.Frau Minister !
Seit der Vermögenszuwachssteuer werden Kurs-Gewinne bei Aktienverkäufen auch bei längerer Behantedauer automatisch von der Bank aus mit 25 Prozent besteuert. Verluste bei Aktienverkäufen im gleichen Jahr können gegenverrechnet werden.
In Gewinn 12/2012 lese ich, dass eine automatische Gegenverrechnung bei Gemeinschaftsdepots ( von Eheleuten ) nicht möglich ist, sondern nur über eine ESt-Erklärung erfolgen können. Wieso ist das so ???
mfg
Mag.F.Sagmeister
20.12.2012
Antwort von Maria Fekter

Maria Fekter
Sehr geehrter Herr Magister Sagmeister!

Vielen Dank für Ihre Anfrage an Frau Dr. Maria Fekter betreffend Verlustausgleich im Zusammenhang mit Gemeinschaftsdepots. Nach Mitbefassung der zuständigen Fachabteilung im Bundesministerium für Finanzen darf ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Wie Sie richtig anmerken, sind Gemeinschaftsdepots vom automatischen Verlustausgleich gemäß § 93 Abs. 6 EStG 1988 generell ausgeschlossen. Diese Änderung wurde erst im Abgabenänderungsgesetz 2012 beschlossen, zuvor war ein - auf das jeweilige Gemeinschaftsdepot eingeschränkter - Verlustausgleich vorgesehen. Für den generellen Ausschluss von Gemeinschaftsdepots sprechen folgende Gründe:

Erstens stellt sich bei Gemeinschaftsdepots stets die Frage, wem die darauf enthaltenen Wertpapiere (steuerlich) zuzurechnen sind. Diese Frage ist stark vom konkreten Sachverhalt abhängig und kann von der depotführenden Stelle, die ja für den korrekten Kapitalertragsteuer-Abzug haftet, nicht in jedem Einzelfall hinreichend geklärt werden. Werden nun aber Erträge von einem Gemeinschaftsdepot zu Unrecht mit anderen - dem Steuerpflichtigen eindeutig zurechenbaren - Erträgen im Zuge des automatischen Verlustausgleichs vermischt, würde für sämtliche Erträge des Steuerpflichtigen die Endbesteuerungswirkung der Kapitalertragsteuer entfallen und er müsste im Ergebnis alle betroffenen Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben.

Zweitens ist die depotführende Stelle verpflichtet, eine Bestätigung über den vorgenommenen Verlustausgleich auszustellen. Diese soll dann in weiterer Folge dem Steuerpflichtigen als Nachweis für einen allfälligen weiteren Verlustausgleich im Zuge der Veranlagung dienen. Die Bescheinigung als "Basisnachweis" vereinfacht somit für alle Beteiligen (Steuerpflichtige, Bank, Steuerberater) das praktische Prozedere. Bei Gemeinschaftsdepots steht aber das Erteilen einer solchen Bestätigung - die sinnvoller Weise sämtliche Depotinhaber (auch die hinzugetretenen/ausscheidenden) enthalten müsste - im Spannungsfeld mit dem Bankgeheimnis.

Ich hoffe, ich konnte mit diesen Ausführungen zur Klärung Ihrer Frage beitragen.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Johannes Pasquali
BMF Kommunikation
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